Geschichte des Malzbieres
Schaut man in die Vergangenheit, so lässt sich die Braunschweiger Mumme als Vorläufer des Malzbiers bezeichnen. Dieses alkoholhaltige Starkbier wurde im 14./15. Jh. erstmalig urkundlich erwähnt. Als alkoholfreie Variante wird es noch heute in Braunschweig hergestellt.
Eher ein Kuriosum ist das 1553 erstmals beurkundete "Seefahrt-Malz". Es wurde noch 1934 in einem Kalender der Bremer Brauerei Haake-Beck als "vorzügliches Stärkungsmittel für Blutarme, Magenkranke und schwächliche Personen" gepriesen. Matrosen bekamen von ihren Kapitänen eine Ration Seefahrt-Malz zugeteilt, um verbreiteten Mangelerkrankungen vorzubeugen. Alkohol enthielt das dickflüssige, sirupartige Getränk nicht, man braute es nur mit Wasser, Malz und Hopfen. Noch bis in die sechziger Jahre wurde es in größerem Stile produziert.
Die Geburtsstunde des modernen Malzbieres schlug vermutlich in den 1920er Jahren in der Brauhochschule Weihenstephan. Das dort entwickelte Verfahren ließ sich 1931 ein geschäftstüchtiger Brauherr patentieren. Im gleichen Jahr brachte er ein Malzbier auf den Markt, das schon damals als "Gesundheitsbier" beworben wurde. In Bayern hat man es später "Nährbier" genannt.
1960 gab es den sogenannten "Süßbier-Krieg". In Bayern ist es verboten, Bier Zucker hinzuzufügen. Damit verstießen also die Malzbiere gegen die bayerische Verordnung. Das Ganze ging soweit, dass Bayern seine Grenzen dicht machte und kein Bier mehr importiert werden durfte. Schließlich entschied der Bundesgerichtshof, das die zuckerhaltigen Malzgetränke nicht mehr den Namen Bier tragen durften und fortan als Malztrunk oder Malzgetränk im Handel zu finden sind.
